Mittelschule Veitshöchheim

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Die Schulleitung

Otto Eisner lenkte 13 Jahre als Kapitän trotz hoher Wellen erfolgreich das Schiff der Mittelschule Veitshöchheim - Nun wurde er vom Kollegium ganz toll in den Ruhestand verabschiedet

Artikel mit Bildern auf Veitshöchheim Blog

 

Nach 13jähriger Tätigkeit als Schulleiter der Veitshöchheimer Mittelschule hieß es am Mittwochabend "Final Countdown" für Otto Eisner. Lehrerkollegium und die Vertreter des mit der Schule verknüpften Netzwerkes bereiteten dem Pädogogen, für den seine 37jährige Tätigkeit als Lehrer stets Berufung und Erfüllung war, in der Aula der Eichendorff-Grundschule eine denkwürdige Abschiedsfeier mit zahlreichen Höhepunkten.

Oben das Abschiedsfoto mit Ehrengästen v.l.n.r. vorne Schulrätin Dr. Ruth Klawitter, Otto Eisner mit Frau Margit und Sohn Julian und Konrektorin Martha Winter sowie hinten Grundschulrektor Stefan Dusolt, Personalrat und BLLV-Vertreter Stephan Debes, Gymnasiums-Schulleiter Dieter Brückner, AWO-Geschäftsführerin Ingrid Schinagl, der Margetshöchheimer Schulleiter Stephan Becker (Mittelschulverbund mit Veitshöchheim) und Bürgermeister Jürgen Götz.

Nach drei abwechslungsreichen und trotz der vielen Reden keineswegs langweiligen Stunden verabschiedeten alle Gäste den allseits beliebten und hoch geachteten Rektor mit Standig Ovation in den wohlverdienten Ruhestand. Dieser zeigte sich überwältigt über das Dargebotene, um schließlich auch seiner Frau Margit, mit der er seit 32 Jahren verheiratet ist, mit einem Blumenstrauß dafür zu danken, dass sie ihm stets den Rücken frei hielt.

Als sich dann alle zum Umtrunk mit leckerem Antipasti-Buffet der Hauswirtschaftslehrinnen im Eingangsbereich der Mittelschule versammelt hatten, überraschte ihn sein Kollegium noch mit einer Enthüllung.

Sein Name ist nun auch nach seinem Ausscheiden noch ständig präsent im Eingangsbereich der Schule, der nun zur Erinnerung an ihn Otto-Eisner-Foyer heißt.

Nach der Begrüßung durch Konrektorin Martha Winter und den Reden der Ehrengäste konnte sich Otto Eisner immer wieder zurücklehnen und die verschiedenen Programmbeiträge genießen, so im Bild den Sketch der M-Klassenlehrer Christian König und Claudia Volk, die einen Blick in die Zukunft in Eisners Rentnerleben wagten und dann in ihren Erinnerungen feststellten: "Früher war alles viel besser".

Von Musiklehrer Francisco Daniel Delgado García am Klavier begleitet, erfüllte Musikschulleiterin Christina Stibi, im gleichen Haus beheimatet, Otto Eisner einen Herzenswunsch zum Abschied. Sie sang für ihn Mary Hopkins Hit "Those where the days my friend (hier in Veitshöchheim), we thought they never end.." aus dem Jahr 1969.

Auch das Lehrerkollegium hatte ein Abschiedslied einstudiert: "Mach's gut lieber Otto, die Zeit mit Dir war wunderschön, alles Gute für die Zukunft, wir freuen uns aufs Wiedersehn."

Und nicht mehr aus dem Lachen heraus kam der nunmehrige Pensionär, als ihn eine Lehrergruppe mit ihren Übungen dazu animierte, nun als Pensionär beim Joga Ü60-Kurs mitzumachen, was seine stets humorige Ader bezeugt.

Den für Otto Eisner durchaus wehmütigen Gang in den Ruhestand versüßten allerlei Präsente. So übergab ihm Schulrätin Dr. Ruth Klawitter zwei Bücher passend zu Eisners Kulturbeflissen- und Heimatverbundenheit.

Wie bei solchen Anlässen üblich, ließ die Schulrätin noch einmal Eisners berufliche Laufbahn Revue passieren. Geboren in Höchberg, machte er nach der Realschule an der FOS in Würzburg 1974 das Abitur, studierte Betriebswirtschaft mit dem Diplomvolkswirt als Abschluss. Das bereits begonnen Diplom-Handelslehrerstudium brach er wieder ab, um von 1979 bis 1982 das Studium Lehramt an Hauptschulen an der Uni Würzburg mit den Fächern Deutsch, Sozialkunde, AWT und Kunst aufzunehmen. Nach der ersten Lehramtsprüfung folgten ab 1983 Einsätze in Zeil a. M., ab 1985 in Lohr a.M. und ab 1988 in Randersacker, ab 2001 als Konrektor in Höchberg, ehe er 2004 Konrektor in Veitshöchheim und 2007 hier Schulleiter wurde.

Er arbeitete außerschulisch zehn Jahre im Erweiterten Katastrophenschutz mit, war Betreuungs- und Beratungslehrer und seit 2011 Mitglied des Personalrats im Landkreis Würzburg.

Klawitter wie auch die nachfolgenden Redner attestierten Otto Eisner, in einer Zeit, wo die Mittelschule große Veränderungen erfuhr, das Schulschiff in Veitshöchheim ruhig und sicher geführt und entsprechend weiter entwickelt zu haben zu einer Mittelschule, die im Verbund mit Margetshöchheim alle Facetten wie Regel- und M-Klassen, Offener Ganztag und seit 2015 die Übergangs- oder Deutschklassen für die Migrantenschüler und Flüchtlinge aufweist, mit Ausnahme der der Praxis-Klasse.

Mit allen an Schule Beteiligten, ob Lehrerkollegium, Schulleiterkollegen, Sachaufwandsträger, Eltern oder Berufsorientierung und AWO-Betreuung, der scheidende Rektor habe stets eine loyale, konstruktive, engagierte und sachbezogene Zusammenarbeit gepflegt, die immer zum Ziel hatte, das Beste, die individuell passende Lösung für die entsprechende Person, den Schüler wie auch den Kollegen zu finden und zu realisieren.

Eisner habe in den 16 Jahren seines Wirkens an der Mittelschule Veitshöchheim den Wandel im schulischen Bereich nicht nur miterlebt, sondern auch mit dem richtigen Augenmaß seine Schule vorangetrieben und mitgestaltet. So habe er in Zusammenarbeit mit dem Team das Profil der Mittelschule entscheidend geprägt und entwickelt.

Bürgermeister Jürgen Götz verabschiedete Otto Eisner mit dem neuen EU-Mittelpunktswein. Er ergänzte die Schulrätin, dass es stets das Bestreben des Schulleiters war, den Schülern nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern sie auf das Leben vorzubereiten und sie in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen.

So sei Eisner stets im Sinne der ihm anvertrauten Schüler mit großem Einsatz, viel Improvisationstalent und Mut zur Innovation offen gewesen für alles, was ihnen in irgendeiner Form geholfen hat, sei es nun die Schulsozialarbeit, die Digitalisierung oder die Berufsorientierung. Man habe förmlich gespürt, dass bei ihm das Wohl der Schule immer obenan steht.

Der Bürgermeister ließ nicht unerwähnt, dass auch die Gemeinde in der letzten Zeit unheimlich viel in die Schule investiert habe, so in den Glasfaseranschluss, den neuen EDV-Raum, in Smarttafeln, offene Ganztagsschule und Integrationsklassen.

Schließlich investiere die Gemeinde in den nächsten Jahren rund 30 Millionen Euro in die vor einigen Jahren gemeinsam auf den Weg gebrachte Generalsanierung ihrer Schule. Das finale Konzuept liege nun vor und soll jetzt, sobald die Zustimmung durch die Regierung von Unterfranken vorliegt, auch so umgesetzt werden.

Präsente für den Schulleiter und ein Blumengesteck für seine Frau überbrachte Stephan Debes für den Personalrat und den BLLV. Eisner werde bei seinen Kollegen im Kreis hochgeschätzt und genieße ein großes Vertrauen, so Debes. Er könne sehr stolz auf das sein, was er geleistet habe. Seit 1992 habe er sich im BLLV mit hoher Kompetenz engagiert und Zeichen gesetzt, war Referent für Dienstrecht und Besoldung, ab 2002 15 Jahre lang Schatzmeister und gehörte von 2006 bis 2019 auch dem Personalrat an.

Grundschulrektor Stefan Dusolt bedankte sich auch im Namen der benachbarten Landkreisschulen, dem Gymnasium und der Förderschule, für die tolle Zusammenarbeit und seine ruhige und sachliche Art, Probleme anzugehen. Symbolisch überreichte er ihm ein Schiff, denn als Kapitän der Mittelschule habe er es hervorragend verstanden, dieses auch in den Zeiten des Umbruchs der vergangenen Jahre bei hohem Wellengang stets auf Erfolgskurs zu halten.

Konrektorin Martha Winter stellte die offene und umgängliche Art ihres Chefs in der Schulleitung bei der Suche nach gemeinsamen Lösungen heraus. Sie habe sich stets als Kollegin angenommen gefühlt und sich durch Aufgabenteilung entfalten können. Von ihm habe sie gelernt, Neuerungen nicht auf einmal, sondern in kleinen Schritten umzusetzen, damit auch alle im Kollegenkreis mitziehen können. Der Kontakt mit den Schülern sei ihm immer sehr wichtig gewesen.

Als Geschenk überreichte Winter ihm ein von ihrer Kollegin Ulla gebasteltes Modell, damit er zu Hause nun eine ruhige Kugel schieben kann.

Auch das übrige Kollegium hatte für seinen Ruhestand viele Tipps und Präsente parat, wie er nun seine viele Freizeit abwechslungsreich verbringen kann.

Techniklehrer Michael Stadtmüller hatte für seinen scheidenen Chef ein Fotoportrait kreiert, das auch als Button alle Gäste zur Erinnerung erhielten.

Fördervereinsvorsitzender Bruno Winter und Elternbeiratsvorsitzender Marc Bertignoll attestierten Eisner, ein Rektor zum Anfassen gewesen zu sein, der die absolute Wertschätzung der Eltern genossen habe. Quasi als Otto-Motor habe er mit den fünf Antriebspolen die Schule vorangebracht durch vielfältige Aktionen, beipsielsweise durch "Kunst for Kids" oder den Berufsinformationstag.

Ein ausschließlich positives Lehrerzeugnis mit der Note 1 stellte der 31jährige bei der Firma Brose in Köln arbeitende Diplom-Betriebswirt Julian Eisner seinem Vater aus, so manches Geheimnis aus dem Nähkästchen plaudernd.

In allen sechs Prüfungskriterien Sozialverhalten, Coolness (in jungen Jahren langhaarig mit Bart), Familie (cooler Dad), Pädagogik, Sport (war sein Fußballcoach) und Beruf (auf allen Fotos stets strahlend) ging sein Damen nach oben.

Ob er nun allerdings im Ruhestand eine Karriere als Youtuber anstreben soll, ließ der Filius offen. Otto Eisners Erstlingsversuch im Februar 2016 (siehe nachstehender Link) wurde zwar bislang 485 mal aufgerufen, von den 17 Likes ging aber der Daumen bei 7 nach unten.

Julian hatte seinen Vater mit der Präsentation mit vielen Bildern aus dessen Leben überrascht, quasi als Revanche für die Vorführung seines Vaters bei seiner Hochzeit vor zwei Jahren.

Link auf Youtube-Video vom Februar 2016

Eine erfolgreiche Laufbahn zu benden, einen Wirkungskreis zu verlassen, der ihm viel bedeutet hat, war für Otto Eisner schon mit einigen Wermutstropfen verbunden. Da zückte er schon mal vorsorglich das Taschentuch mit dem Hinweis, dass er gerne die Zeit anhalten würde.

Es war stets ein Kampf um Schüler, resümierte Otto Eisner. Die Schülerzahlen an der hiesigen Mittelschule seien in seiner Zeit hier stets rückläufig gewesen, seien von 400 auf 250 zurückgegangen. Seit der Umbennung der Hauptschule in Mittelschule im Jahr 2010 und der Einführung des M-Zweiges zum Erlangen der Mittleren Reife und der Einführung eines berufsorientierenden Wahlpflichtfaches (Technik, Wirtschaft oder Soziales) konnten Eisner und sein Team das Image der Mittelschule von Jahr zu Jahr steigern. Im Vordergrund seien bei ihm als Schulleiter stets die Merkmale "Großes Engagement", "Schülerzuwendung", "Wertschätzendes Miteinander" und "Kollegialer Zusammenhalt" gestanden.

So sieht er rückblickend auch die Inklusion von Kindern mit Förderbedarf und auch die nach der Flüchtslingswelle 2015 eingeführten Integrationsklassen als Bereicherung an. Sie hätten trotz der zu bewältigenden großen Herausforderungen eine ganz andere Sichtweise in das Schulleben gebracht. Gerade in den Deutschklassen könne man immer wieder eine große Dankbarkeit der dortigen Schüler erleben.

Er verlasse die Schule nun in einem guten Zustand. Zum Erfolg der Mittelschule, so Eisner, hätten zum einen die Lehrkräfte ("Der Star ist die Mannschaft") aber auch mit zusätzlichen Stützmaßnahmen das zur Schule gehörige Team von pädagogischen Fachkräften der Ganztagsschule, der Jugendsozialarbeit und der Kompetenzwerkstatt von Theresia Öchsner (seit 13 Jahren hier - im Landkreis einmalig in Bayern) beigetragen. Auch die Zusammenarbeit mit der Sing- und Musikschule sei hervorragend, wie das Schülerorchester der fünften Klassen zeige.

Grundvoraussetzung des schulischen Erfolgs seien auch die hervorragenden räumlichen und organisatorischen Voraussetzungen in Veitshöchheim: ein schönes Schulhaus, gute ausgestattete Klassen- und Fachräume in allen Bereichen. Dies sei vor allem dem Sachaufwandsträger, der Gemeinde Veitshöchheim zu verdanken.

Er lobte auch die konstruktive Zusammenarbeit mit dem Elternbeirat und die hilfreiche Unterstützung durch externe Partner wie den Förderverein der Schule, der Bundesagentur für Arbeit, der Handwerk-Service-GmbH und einer Vielzahl von Betrieben in der Umgebung, die trotz des vermehrten Arbeitsaufwands den Schülern Praktikumsplätze zur Verfügung stellten.

So konnte Eisner berichten, dass die Mittelschule bei der letzten Evaluation alle vier Sterne erreichen konnte. Schließlich hätten gerade auch die Zeugnisse der Abschlussklassen gezeigt, wie super das Kollegium dank des guten Schulklimas trotz Corona die Schüler auf die Prüfungen vorbereiten konnten.

Vom Lehrerkollegium verabschiedete sich nach neunjähriger Tätigkeit an der Mittelschule Veitshöchheim auch die Lehrerin Ute Helbig nach Eintritt in den Ruhestand.

Fotos (c) Dieter Gürz